Betonieren des Schlitzwandelementes

Das Schlitzwandelement wird nach dem so genannten Kontraktorverfahren betoniert. Hierunter versteht man ein Verfahren zum Einbau von Beton unter stützender Flüssigkeit. In den ausgehobenen Schlitz wird ein, z. B. durch einen Gummiball unter verschlossenes Betonierrohr, bei längeren Schlitzwandlamellen auch zwei Betonierrohre, mit einem oberen Aufgabetrichter eingehängt. Während des Betonierens muss sich die Unterkante des Betonierrohres mindestens um ein Maß, das gleich der Lamellenlänge bzw. gleich der Lamellenlänge bzw. gleich dem Abstand der Betonierrohre ist, unter der Oberfläche des Betons befinden. Die Betonsäule im Rohr darf nicht abreißen und die stützende Flüssigkeit darf nicht in das Rohr eindringen. Es soll möglichst durchgehend und schnell betoniert werden (Steiggeschwindigkeit größer gleich 3 m /Stunde). Wenn die Betonschüttrohre zu hastig gezogen werden und nicht die notwendige Einbindetiefe in dem Frischbeton besteht, kann es zu Bentoniteinschlüssen im Beton kommen. Der Beton hat ein Ausbreitmaß von 55 cm bis 60 cm. Um ein Entmischen zu verhindern, müssen mindestens 350 kg Zement/m³ Beton oder auch Traß oder Flugasche zugegeben werden.

Die von Beton verdrängte Bentonitsuspension wird entweder beim Aushub der folgenden Schlitzwandlamelle direkt wieder verwendet oder aber, wenn sie sich z. B. stark mit Sand angereichert hat, zunächst gereinigt (durch Schwingsiebe und durch Zyklone Abb. 1.13) und sodann regeneriert, d. h. mit frischer Suspension oder mit einer kontrolliert zugegebenen Wassermenge vermischt. Die Suspension kann beliebig oft wieder verwendet werden, so lange ihre Eigenschaften den Anforderungen entsprechen.

Sobald der Beton eine gewisse Ansteifung erreicht hat, muss das Schalrohr gezogen werden. Durch das Schalrohr entstehen halbrunde Fugen zwischen den einzelnen Schlitzwandlamellen. Diese halbrunde Fugen geben beim Ausbaggern des nächsten Schlitzes dem Schlitzwandgreifer eine gute seitliche Führung. Das Ziehen der Abschalrohre erfolgt entweder durch den Bagger oder aber, da die Haftkräfte zwischen dem Schalrohr und dem erhärtenden Beton recht groß sind, in der Regel durch hydraulisches Pressen.

Der Beton der fertigen Wand darf statisch nur als B 25 betrachtet werden, um einen zu hohen Bewehrungsprozentsatz zu vermeiden. Die oberste Zone (0,5 m bis 1 m ) der fertigen Wand kann mit Bentonit und Sand durchsetzt sein und muss abgestemmt werden, wenn hier Bauteile angeschlossen werden. Der Filterkuchen (Bentonit/Zement/Bodengemisch) auf der Wandinnenseite sollte nach dem Baugrubenaushub durch Abspritzen entfernt werden, wenn auf die Schlitzwand ein Putz für die Dichtungsunterlage aufgebracht wird.