Gemäß DIN 4126 ist „eine Ortbeton-Schlitzwand eine Wand aus Beton oder Stahlbeton, die in flüssigkeitsgestützten Schlitzen im Boden nach dem Kontraktorverfahren erstellt wird. “Die Schlitzwand  kann eine statische und / oder  abschirmende Funktion haben.  In ihrer statischen Funktion nimmt sie z.B. als Baugrubenwand Erd- und Wasserdruckkräfte auf und trägt diese über die Verankerung oder über den Erdwiderstand am Fußauflager in den Boden ab (Abb. 1.1). Vertikalkräfte (Abb. 1.1) werden über Spitzendruck und Mantelreibung in den Boden eingeleitet. Einzelne Schlitzwandelemente werden auch gerne an Stelle von Bohrpfählen als hochbelastete Gründungselemente eingesetzt.

Eine abschirmende Funktion hat eine Schlitzwand, wenn sie ( Abb. 1.2 ) z.B. das Strömen von Grundwasser unter einem Damm verhindert oder ein Gebäude gegen eingeleitete Schwingungen isoliert. Nicht betonierte Schlitzwände, die mit leicht verfestigten Bentonitsuspensionen (geringe Zugabe von Zement) gestützt sind, können zur Aufnahme von Baugrunddeformationen (Deformationspuffer, Abb. 1.2 ) herangezogen werden.

Abb. 1.1    Statische Funktion von Schlitzwänden

Abb. 1.2 Abschirmende Funktion einer Schlitzwand

a)  Untergrund-Abdichtung

b) Schwingungsisolierung

c)  Aufnahme von Baugrund-Deformationen