An der Geländeoberfläche bzw. von einem Baugrubenvoraushub aus wird gleichlaufend zur geplanten Schlitzwand zunächst ein Graben ausgehoben. In diesem werden die Leitwände erstellt, die eine Art Schablone für die Schlitzwand darstellen. Die Leitwände sichern u.a. die obersten Schlitzzonen, wo kein ausreichender hydrostatische Druck der Schützsuspension vorhanden ist und der Suspensionsspiegel beim Bodenaushub schwankt. Die Leitwände haben ferner die Aufgabe, den Schlitzwandgreifer zu führen sowie den Bewehrungskorb und die Abschalrohre seitlich zu halten. Der Bewehrungskorb wird zur exakten Einhaltung der richtigen Höhenlage an der Leitwand aufgehängt. Die Leitwände erleichtern weiterhin das Abstecken der einzelnen Schlitzwandelemente zur Orientierung des Geräteführers.

Die Leitwände sind zwischen 0,15 m und 0,25 m dick und reichen im Allgemeinen bis zu einer Tiefe von 0,70 m bis etwa 1,70 m, bei Sonderkonstruktionen sind größerer Leitwandhöhen möglich. Die Tiefe richtet sich nach den Schwankungen des Spiegels der stützenden Flüssigkeit während des Aushubs, der möglichen Belastung durch seitliche Auflasten sowie nach der Tiefenlage gegebenenfalls vorhandener Leistungen oder Hindernisse. Neben den zumeist in Ortbeton ausgeführten Leitwänden, werden auch Betonfertigteile eingesetzt. An die plattenförmigen Fertigteile, werden in Ortbeton Füße anbetoniert, auf diese Weise wird entsteht ein durchgängige Leitwand als Vorbereitung zu den Schlitzwandarbeiten. Die Bemessung der Leitwände erfolgt auf den Erddruck, der beim Nachweis der äußeren Standsicherheit angesetzt wird.